Für BZÖ-Klubobmann Josef Bucher und seinen wissenschaftlichen Berater Prof. Dr. Bernd-Thomas Ramb sind die Gründer der Österreichischen Schule nach wie vor "sehr aktuell". Die Marktwirtschaft habe eine unvergleichliche Leistungsfähigkeit bewiesen. "Wohlstand und Versorgung der Bevölkerung haben in Mitteleuropa ein Niveau erreicht, das geschichtlich beispiellos ist. Wie kommt man nun dazu die Marktwirtschaft in Frage zu stellen, wie dies inzwischen unverblümt von den österreichischen Sozialdemokraten (SPÖ) und Grünen sowie gewissen NGO's eingefordert wird?" Josef Bucher und Bernd-Thomas Ramb werfen diese Frage auf und unterstellen umgekehrt der Politik versagt zu haben und der wahre Grund für die Staatsschulden- und die Euro-Krise zu sein.
Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem bekannten deutschen Volkswirtschaftsprofessor Bernd-Thomas Ramb forderte BZÖ-Obmann Josef Bucher eine Sondersitzung des Nationalrates zum Bankgeheimnis, nachdem ÖVP-Finanzministerin Fekter einem Datenaustausch über Bankkonten zugestimmt hat. "Ich werde an meine Oppositionskollegen herantreten, um eine gemeinsame Sondersitzung einzuberufen. Denn mit dem Bankgeheimnis wird eines der wichtigsten Bürgerrechte zu Grabe getragen und in kurzer Zeit wird diese Maßnahme auch die österreichischen Sparer treffen. Fekter wurde bei den Verhandlungen in der EU über den Tisch gezogen. Zuerst hat sie noch groß geredet, dass sie das Bankgeheimnis verteidigen will, jetzt hat sie zugestimmt", so Bucher.
Als erste Antwort auf die Finanz- und Bankenkrise die Bürgerrechte einzuschränken und das Bankgeheimnis zu lockern, sei ein Armutszeugnis. "Wir haben noch immer kein Bankenkonkursrecht und der Steuerzahler muss die Banken absichern und für die bluten. Gleichzeitig werden heute von Rot und Schwarz im Finanzausschuss 6,8 Milliarden Euro Darlehen vorwiegend an den IWF, aber auch an Griechenland freigegeben. Diese Erträgnisse stammen aus der Nationalbank (OeNB) und wurden sonst üblich dem Budget zugeführt. Dies bedeutet eine Belastung für die Steuerzahler und weniger Mittel für Forschung und Entwicklung", kritisierte der BZÖ-Chef.
Professor Ramb sagte, dass die Beispiele Zypern, Bankenunion, Vergemeinschaftung der Schulden zeigen würden, dass das Euro-Konzept gescheitert sei. "Ziel bei der Euro-Einführung war es, alle Staaten näher wirtschaftlich zusammenzuführen. Tatsache ist heute, dass sie noch inhomogener sind als früher. Derzeit findet eine Euro-Rettung um jeden Preis statt und das geht nur, indem man die Staatsschulden weiter erhöht oder die Gelddruckmaschine noch heißer laufen wird. Das bedeutet, dass dem Mittelstand gänzlich der Boden unter den Füßen weggeschoben wird und Länder wie Österreich, Deutschland, Niederlande und Finnland in den Abwärtssog mithineingezogen werden." Ramb präsentierte als Lösungsansatz, dass die Konkurrenz von Währungen zueinander zugelassen werden solle. Er beruft sich damit auch auf Friedrich August von Hayek und sieht in marktwirtschaftlichem Wettbewerb auch um die Akzeptanz von Zahlungsmittel die beste Möglichkeit "hartes Geld zu schaffen". Er verstehe auch nicht, weshalb sich die Politik einer solchen Konkurrenz zum Euro versperren sollte. Schließlich sei man doch unter den Euro-Rettern überzeugt, dass der Euro gut und erfolgreich sei. Dann müsse er doch auch den Wettbewerb nicht scheuen.
BZÖ-Chef Josef Bucher baut signifikant das BZÖ zu einer freiheitlichen und marktliberalen Partei aus. Mit dem Plädoyer zur Rückbesinnung auf die Österreichische Schule der Nationalökonomie will er freilich auch patriotische Gefühle beim österreichischen Wähler ansprechen. Es ist Vorwahlkampfzeit in Österreich. Das BZÖ wandelt sich von einer kultivierteren FPÖ zur marktwirtschaftlichen Alternative für Österreich.













